April 2011

 

22.-24.04.2011 - 8. Internationale Open

Aller guten Dinge sind drei ! Und so fuhren auch in diesem Jahr – dem dritten in Folge – eine Hand voll Judoka aus Gievenbeck nach Jodoigne zu unseren Freunden vom JC Tori Beauvechain. Eine Hand voll war diesmal sehr treffend, da genau 5 TSC’ler sich aufmachten (mehr waren aufgrund der Osterferien leider nicht zusammen zu bekommen), um mit Judokas aus ganz Europa (Belgier, Franzosen, Niederländer, Deutsche, Briten, Portugiesen, Schweizer, Russen, Tschechen, Luxemburger und Dänen) bei den 8ten Internationalen Open zu kämpfen.

Am Freitag Abend begann der Ausflug mit dem Verstauen von mindestens 8 Taschen, 5 Isomatten und Schlafsäcken sowie diversem Ess- und Trinkzeugs im kleinen Ford von Familie Hankamp. Nach geschickter, halbstündiger Puzzelaktion bekamen wir tatsächlich alles verstaut und machten uns auf via Dortmund, Köln, Aachen und Lüttich nach Beauvechain. Naja, eine kurze Pause kurz hinter Köln gab’s, als wir mit Sekundenkleber das Auto reparierten und Fahrer Martin sich unbedingt die Hände bekleben wollte ... 2,75 Stunden dauerte die Fahrt im Grunde nur – für die 310km war das eine ordentliche Zeit – wenn da nicht das Navigationssystem gewesen wäre, dass uns eine Autobahnabfahrt zu weit schickte und dann über Wege zur Halle leitete, die hierzulande nicht mal von Traktoren befahren werden dürfen. Dementsprechend sah unser Auto auch aus Wink Und obwohl die offizielle Vorwaage nur von 19-21 Uhr geöffnet war, konnten wir uns auch um 21.40 Uhr noch wiegen ! Schönes Ding ! Auch für Timo, der in Deutschland noch knapp 61kg auf die Waage brachte und in Belgien mit 59,9kg SEHR passend eingewogen wurde. Unsere Minis, Alexander, Mika & Robin waren mit ihrem Gewicht auch sehr zufrieden – der Einzige, der meckerte, war Martin. 58.6kg zeigte die Waage – da fragte er sich wohl, ob der Saunabesuch am Karfreitag Vormittag wirklich nötig gewesen war ... Egal, alle waren happy, auch und vor allem über den guten Schlafplatz, den wir bekamen und so klang dann der Abend mit 2 Filmen für die Minis aus sowie langen Gesprächen, Froschgequacke und lustigen Türöffnungsaktionen unserer Schweizer Zimmernachbarn für Timo und Martin.

 

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Am Samstag begannen nach dem obligatorischen Baguette-Frühstück um 10 Uhr die Ne-Waza Kämpfe. Solch Bodenturniere sind eine Rarität, in Deutschland kaum anzutreffen – und somit natürlich sehr reizvoll. Nachdem bei den 66ern nur 3 Kämpfer zusammenkamen, wurden die –60kg und –66kg Klassen zusammengelegt und mit zwei 4er Pools, deren Erst- und Zweitplatzierte ins Halbfinale einzogen, ausgekämpft. Martin und Timo starteten dabei in unterschiedlichen Pools und hofften natürlich, sich im Finale zu treffen – und beinahe wäre dies auch gelungen. Aber eben nur beinahe. Mit 3 Siegen setzten sich beide TSC Judoka in ihren Klassen durch: Timo 2mal mit Armhebel, 1mal mit Haltegriff; Martin 1mal mit Würger und 2mal mit Halter. So standen beide im Halbfinale, und die Hoffnung aufs gemeinsame Finale wuchs weiter. Martin war zuerst dran und erledigte seine Sache mit Haltegriff wieder ganz gut, wenngleich auch mit mehr Mühe als in der Vorrunde. Timo hingegen patzte leider. Eine kleine Unachtsamkeit nutzte der Gegner zum Würgeansatz und so musste sich Timo ins kleine Finale verabschieden. Dort schien er aber sämtliche Aggressionen gesammelt zu haben und besiegte seinen Gegner nach nur 15 Sekunden wiederum mit Hebel. Den Sieg in der Gewichtsklasse vor Augen wurde Martin wohl übermütig. Gegen den Gegner, den er in der Vorrunde noch besiegte, ließ er sich 2mal in eine Hebelposition bringen. Da nichts passierte, unterbrachen die Kampfrichter. Beim dritten Ansatz dachte sich Martin dann wohl, dass das eh nix wird und so ließ er seinen Gegner hebeln – diesmal wohl jedoch zu stark für den Gievenbecker; so stark, dass er die folgenden 4 Stunden mit Kühlpack auf der Bank saß. Dabei sollte man im Alter eigentlich seine Grenzen kennen ... Sealed Sei’s drum: Zweiter und Dritter beim Ne-Waza auf ‚nem Internationalen – gar nicht mal so unübel für den kleinen TSC. So ausführlich das Bodenturnier beschrieben werden konnte, genauso knapp lassen sich die Ereignisse beim Tachi-Waza (dem Standturnier) aber beschreiben: Timo musste gegen ein kleines ‚Kampfschwein’ antreten, der in der Folge seine Gegner jeweils nach 20 Sekunden mit Kataguruma und Teguruma regelrecht abschlachtete (im letzten Jahr hieß so einer Dimitrii Laughing). Da war Timos Kampfdauer von knapp 30 Sekunden sogar noch ganz gut. Aus einem Haltegriff konnte er sich jedoch letztlich nicht befreien. Martin – im Grunde nur mit der Hubhand kämpfend – hielt sich über 3,5 Minuten eigentlich ganz gut. Einen geworfenen Ippon durch Osotogari bekam er leider nicht zugesprochen, da die Kampfrichter auf Mattenrand (im Fußball Abseits) – zu Unrecht, wie die Kamera hinterher zeigte – entschieden. Kurz vor Ende der Kampfzeit war dann beim ‚alten Mann’ die Puste weg und er gab – wohl auch verletzungsbedingt – auf. Aufgrund des brasilianischen KO Systems war für die ‚älteren’ TSCler damit das Judogeschehen beendet.

Nachdem man noch eine Weile Judo vom Feinsten bewunderte, machte man sich gegen 17 Uhr ins 35km entfernte Brüssel auf. Die letzten beiden Jahre stand dieser Ausflug jedes Mal auf dem Programm, konnte aber wegen diverser Probleme (Hitze, Übelkeit und Kotzanfälle) leider nie durchgeführt werden.

In Brüssel angekommen fuhr man zuerst zur bekannten Sehenswürdigkeit, dem Atomium. Da man direkt einen Parkplatz fast neben der ‚Skulptur’ fand, konnte man Aussteigen, ein Foto machen und direkt weiterfahren. Perfekt also Cool

Weiter ging es am chinesischen Haus vorbei weiter zu den EU-Kommissionsgebäude; bissl Kultur eben. Und obwohl Robin die Gebäude echt langweilig fand, nötigte Martin alle zu weiteren Fotos. Auf der Suche nach einem weiteren Wahrzeichen (Männeken Piss) gab man aber gegen 20 Uhr genervt auf – weder Navi noch Stadtplan halfen weiter. Außerdem hatten wir uns nach dem Betrachten dies Bildes im Stadtführer eigene Vorstellungen davon gemacht, die manche versuchten, plastisch darzustellen Embarassed

So beschränkten wir uns mit einem Besuch im feinsten Pralinengeschäft vor Ort, Mitbringsel für die Daheimgebliebenen zu kaufen (wir verschweigen an dieser Stelle mal, dass selbige am Folgetag im Auto fast dahinflossen, so dass von Pralinen kaum mehr etwas erkennbar war) und einem letzten Stop auf dem historischen Brüsseler Rathausplatz. Nach einem Fast-Food-Essens-Stop ging es dann gegen 21.30 Uhr nach Jodoigne zurück (denn das ist der eigentliche Turnierort; Beauvechain ist ‚nur’ der ausrichtende Judoverein). Hätten wir das Navi besser ausgelassen, wären wir sicher schnell zurück gewesen – doch so fuhren wir durch Brüssler Tunnel, in denen das GPS Signal auf einmal weg war und wir im Grunde doch wieder ohne Navi fuhren ... Irgendwann kam man dann in der Turnhalle an – und die Minis fielen todmüde ins Bett – wohl auch nervös vor den eigenen Kämpfen am nächsten Tag. Timo und Martin erfreuten sich wiederum am Gequacke von draußen bekamen so eher weniger Schlaf...

 

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Am Sonntag nun, dem bereits letzten Tag, ging man gewohnt Baguette frühstücken und freute sich dann, als Mika um 10.15 Uhr die Kämpfe eröffnete. Als jüngster Jahrgang bei den U11ern hatte er anfangs (-26kg) Probleme, sich an den in Belgien erlaubten Nackengriff zu gewöhnen. Zu unangenehm dominierte sein erster Gegner Mika im Nacken, so dass unser Bambini sich mit Ippon beugen musste. Im zweiten Kampf stellte sich Mika langsam auf den Griff ein ! Mit Wazaari ging er in Führung und bei nur 1,5min Kampfzeit dachte Trainer Martin schon, dass die Sache sicher gut laufen würde. Doch Mikas Gegner, späterer Zweiter, kämpfte sich heran und glich ebenfalls mit Wazaari aus. So entwickelte sich in den letzten Sekunden des Kampfes ein regelrechter Schlagabtausch und eine kleine Unachtsamkeit während seines Seoiotoshi Angriffs kostete Mika den Sieg. Schade eigentlich, doch noch hatte Mika einen Kampf, um sich zu beweisen. Diese Chance nutzte er dann auch problemlos. Nach kaum einer Minute warf er seinen Gegner mit seinem Lieblingswurf mit vollem Punkt auf den Rücken. Damit war er letztlich Dritter seiner Gewichtsklasse und konnte sich über die bronzene Medaille freuen.

Kaum 20 Minuten später war Alexander (-35,4kg) dran. Als älterer Jahrgang der U11 und mit der Erfahrung aus dem letzten Jahr haderte er nicht so mit dem Nackengriff. Im Gegenteil. Unsere ‚Bodensau’ schnappte sich im ersten Kampf seinen Gegner und gewann durch Halter. Im zweiten und dritten Kampf dann demonstrierte Alex nicht nur, dass er im Boden unschlagbar ist, sondern auch, dass er im Stand gewinnen kann. So setzte er sich zweimal durch Wurf-Ippons durch, einmal sogar gegen einen Gegner mit grün-blauem Gürtel. Sehr, sehr respektabel für den jungen Judoka. Mit 3 Siegen aus 3 Kämpfen konnte dann letztlich nichts anderes dabei herauskommen als die Goldmedaille – selbige aber auch wirklich gänzlich zu Recht !

Der letzte im Bunde, der noch kämpfen sollte, war Mikas Bruder Robin. Auch er war zum ersten Mal dabei und kannte somit den Nackengriff nicht. Hinzu kam, dass er in der U13 als jüngster Jahrgang (-32kg) antrat. Die Kampfzeit der U13 betrug 2 Minuten, so dass Robin ein klein wenig mehr Zeit als die beiden U11er hatte ! Sofort zu beginn des ersten Kampfes stürmte Robins Gegner auf ihn zu und packte im Nacken – eine kleine Wertung war der üble Beigeschmack.. Erst hier schien Robin wohl wirklich bewusst zu werden, wie unangenehm dieser Griff sein kann. So versuchte er fortan, den Griff zu verhindern. Da beide Kämpfer vor Ende der Kampfzeit keine Wertung mehr erhielten, war der erste Yuko gegen Robin ausschlaggebend. Im zweiten Kampf versuchte Robin nun konsequent von Anfang an den Griff seines Gegners zu stören. Seine sonst gefürchteten Fußwürfe konnte er jedoch auch diesmal nicht durchbringen, so dass nach 2 Minuten Kampfzeit keine Wertung auf der Anzeigetafel stand. Der Kampfrichterentscheid fiel nun leider gegen Robin aus, da der Kampfrichter wohl die Bemühungen Robins Gegner, den Nackengriff zu bekommen, höher einschätze als Robins, selbigen zu verhindern. Der letzte Kampf kann nun wieder in das Kuriositätenkabinett eingehen, da bei einer Kampfzeit knapp 1 Minute der Kampfrichter mit beiden Kämpfern knapp 2 Minuten redete – oder besser: versuchte zu reden. Denn weder der Schweizer Gegner noch Robin waren des Französischen oder Niederländischen mächtig – und so musste Trainer Martin irgendwann von außen reinrufen: „Nicht aus der Matte treten!“ Woraufhin der Kampfrichter mit thumbs-up erfreut reagierte. Vom Kampf an sich kann berichtet werden, dass hier einmal nicht der Nackengriff das Entscheidende war, sondern dass Robin mit schönem Seoi den Kampf mit vollem Punkt für sich entscheiden konnte. Damit war er letztlich – wie Bruder Mika – Dritter und Gewinner der Bronzemedaille.

Gegen 17 Uhr konnte man dann wiederum nach einigem Taschen-Gepuzzel nach Hause fahren. Die 2 Stunden 45 Minuten vergingen für alle wortwörtlich wie im Schlaf – natürlich außer für den Fahrer ...

So kehrten die wackeren TSCler dann mit 5 Medaillen bei 5 Teilnehmern aus Belgien zurück – geiles Ding irgendwie ! Auch die Einladung fürs nächste Jahr (9. Internationalen Open, 14.-15.04.12 ) hat man schon in der Tasche – dann hoffentlich nicht wieder in den Ferien und wieder mit mehr Teilnehmern. Schön war’s trotzdem und Spaß hat’s gemacht Smile

 

 

19.04.2011 - Gürtelprüfung

Im Rahmen des ersten Ferientrainings fand beim TSC - für einige Teilnehmer eine längst überfällige - Gürtelprüfung statt. Vom ersten, dem weiß-gelben Gurt bis hin zum orange-grünen Gurt demonstrierten die 9 Judoka ihr Können und der Augen von Prüfer Martin.

Obwohl dieser am Schluß der Prüfung nicht gänzlich mit den gezeigen Leistungen einverstanden war (und somit für die Folgezeit wieder vermehrt Bodenjudo ankündigte), bestanden alle Prüflinge die Prüfung; bester unter ihnen war Patrick Welslau, der auch das umfangreichste Programm vorstellen mußte. Den neuen Gürtel zum Judogi tragen fortan:

weiß-gelb: Sophie Grümme, Hussein Mohammad und Sinja Schröder

gelb: Santiago Kamphorst und Elias Mende

gelb-orange: Mika Hankamp und Roman Welslau

orange: Robin Hankamp

orange-grün: Patrick Welslau

 

Herzlichen Glückwunsch den Atlethen !

 

04.04.2011 - Landesrandori U15

Zum Landesrandori lud der neue Landestrainer U15 (w) Oliver Horstmann erstmals nach Münster ein. Diese Möglichkeit des Kämpfens auf hohem Niveau nutzten auch 5 TSC'ler: Jonathan Beckmann, Jan Bergmann, Robin Hankamp, Alexander Hirsch und Patrick Welslau. In leider eher kleinerer Runde von knapp 30 Judoka konnten sich die TSC Judoka jedoch beweisen und sich in den 1,5 Stunden richtig auspowern. Schön wäre es, wenn solch 'Events' häufiger nach Münster kämen.

 

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01.04.2011 - Monatsturnier April

Zum vierten MoTu im Jahr 2011 kamen auch 9 Kämpfer aus Gievenbeck, von denen sich viele sehr erfolgreich platzieren konnten. So holten Mika Hankamp, Roman Welslau, Janosch Sindermann (alle in der Anfängergruppe) und Patrick Welslau (Fortgeschrittene) einen ersten Platz. Zweite wurden Munir Ali (Anfänger) und Robin Hankamp (Fortgeschrittene). Chalid Athamna und Marian Mittelstadt (beide Anfänger) wurden Dritte. Kampferfahrungen bei ihrem ersten Monatsturnier sammelte Theresia Bode.

Für das nächste Monatsturnier sollen die erfolgreichsten TSC Judoka nun Aufgaben erhalten, um nicht nur erfolgreich, sondern auch mit hoher Technik gewinnen zu können.

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